Was auf der Packung steht – und was es wirklich bedeutet
Der Begriff wird ständig benutzt und selten erklärt. Also, mal unter uns: „100% Arabica" heißt, dass in der Packung ausschließlich Arabica-Bohnen stecken. Kein Robusta drin, das den Geschmack aufhärtet oder billiger macht. Nur die eine Bohne, wie sie ist.
Milder. Aromatischer. Und, ganz nebenbei, auch bekömmlicher für den Magen, weil weniger Bitterstoffe drin sind und gut halb so viel Koffein wie bei Robusta.
Warum die Bohne mehr kostet – und warum ich das kein Problem finde
Hier werden manche Kunden ungeduldig, aber ich sag's trotzdem: Arabica ist eine Diva unter den Kaffeepflanzen. Wächst nur da, wo es ihr passt – zwischen 900 und 2.000 Metern Höhe, nicht zu heiß, nicht zu kalt, kein Frost. Ich hab mit Röstern gesprochen, die selbst mal auf so einer Plantage waren, und die erzählen alle dasselbe: Die Kirschen reifen nicht gleichzeitig. Das heißt, jemand muss von Hand durch die Reihen gehen und Beere für Beere pflücken. Mehrfach, über Wochen.
Robusta dagegen wächst fast überall, verträgt mehr, braucht weniger Aufmerksamkeit. Daher auch der Name.
Sie zahlen bei einer guten Arabica also nicht für einen schicken Namen auf der Tüte. Sie zahlen für die Arbeit, die tatsächlich in jeder einzelnen Kirsche steckt. Bei einem guten Wein ist das nicht anders, und da beschwert sich auch keiner über den Preis.
Fünf Dinge, an denen ich guten Arabica erkenne
Man braucht keinen Titel, um Spreu von Weizen zu trennen. Nach zwanzig Jahren am Röster reicht mir das hier:
1. Der Preis. Ein Kilo guter Arabica kostet meistens zwischen 20 und 35 Euro. Liegt er deutlich drunter – schauen Sie zweimal auf die Zutatenliste. Da steckt oft doch Robusta mit drin, auch wenn's nicht so groß draufsteht.
2. Die Röstung. Je dunkler, desto kräftiger und weniger Säure. Mögen Sie's mild, nehmen Sie eine hellere bis mittlere Röstung.
3. Das Röstdatum. Steht es klar auf der Packung, ist das ein gutes Zeichen. Wer sein Handwerk ernst nimmt, versteckt das Datum nicht.
4. Der Geruch beim Öffnen. Riecht die Packung schon beim Aufreißen gut – fruchtig, nussig, vielleicht ein Hauch Schokolade – dann ist alles in Ordnung. Riecht sie muffig oder nach gar nichts, ist die Bohne zu lange gelegen.
5. Die Crema, bei Espresso-Röstungen. Haselnussbraun, fein, hält ein paar Minuten. Das ist frische Arbeit.
Blend oder Single Origin – was ich meinen Kunden immer sage
Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Single Origin kommt aus einer einzigen Region, manchmal von einer einzigen Farm. Klares, unverwechselbares Bild im Geschmack – wie ein sortenreiner Wein. Ein Blend ist eine Mischung mehrerer Herkünfte, die ein Röster zusammengestellt hat, damit am Ende ein rundes Gesamtbild rauskommt.
Wer gerne Neues entdeckt, für den ist Single Origin ein kleines Abenteuer jedes Mal. Wer lieber weiß, was er morgens in der Tasse hat, und sich darauf verlassen will – für den ist ein guter Blend genau richtig. Beides hat seine Berechtigung. Ist Geschmackssache, keine Qualitätsfrage.
Und jetzt der Teil, den viele falsch machen
Machen Sie mir bitte einen Gefallen und stellen Sie die Bohnen niemals in den Kühlschrank. Ich weiß, es klingt logisch – kühl soll ja frisch halten. Ist bei Kaffee aber genau falsch. Kaffee zieht Feuchtigkeit und fremde Gerüche an wie ein Schwamm. Neben den Käse gestellt, schmeckt er irgendwann nach Käse. Ich hab das selbst einmal ausprobiert, aus reiner Neugier, und war ziemlich enttäuscht von mir.
Als Faustregel: Ganze Bohnen sollten Sie innerhalb von etwa sechs Wochen aufbrauchen, dann ist das Aroma noch da, wo es hingehört. Gemahlener Kaffee verliert es schneller, das ist einfach so. Luftdicht verschlossen, kühl, trocken, dunkel – mehr braucht die Bohne nicht.
Unser 100% Arabica Sortiment
Ob als ganze Kaffeebohnen zum selbst Mahlen, bereits gemahlen für die Filtermaschine, als kräftige Espresso Röstung oder als milder Filterkaffee – bei unseren 100% Arabica Sorten steckt in jeder Packung nur diese eine, ehrliche Bohne. Kein Kompromiss. Keine Beimischung. Nur guter Kaffee, so wie er sein sollte.